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Bei meinem Bericht von unserem Besuch in Sarajevo während der Balkanrundreise habe ich ja mehrmals erwähnt wie sehr mich diese Stadt gefangen genommen hat.
Das betrifft ja nicht nur die Gegenwart sondern auch die jüngere Geschichte dieser Stadt und dieses Landes.

Als ich von der Reise zurückkehrte hat mir Jana dieses Buch empfohlen.
Ich habs gekauft, und so ziemlich in einem Sitz durchgelesen.

Barbara Demick schreibt eine Geschichte, eine Geschichte der Menschen die in einer Straße namens Logavina in Sarajevo, während der Belagerung im Jugoslawien Krieg in den 90er Jahren leben.

Es wohnen und leben da Menschen verschiedener ethnischer Herkunft, bis dahin in Frieden zusammen, Muslime, Christen, Kroaten, Bosnier und auch Serben. Bis plötzlich alles anders wird.
Die Autorin hat mit diesen Menschen 2 Jahre in Sarajevo gelebt, mit ihnen zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Belagerung gesprochen und dies niedergeschrieben.
Wie am Anfang alle noch dachten, dass das eine kurzfristige Sache sei, wie Wasser und Strom abgeschalten oder limitiert wurden, wie Menschen aus der Gemeinschaft dieser Straße ums Leben kommen, flüchten, emigrieren in andere Länder und Städte.

Und ihr erfahrt im Buch was es mit den Rosen von Sarajevo auf sich hat, eine traurige berührende Geschichte.

2011 kehrt die Journalistin nochmals zurück nach Sarajevo. Und berichtet darüber wie sich die Menschen heute fühlen, die das mitgemacht haben.

Im Buch geht Barbara Demick auch auf die Hintergründe des Balkankrieges ein, auf das was alles nicht passiert ist von außen und wie die Einwohner sich verlassen von der Welt gefühlt haben.
Und irgendwie hat man das Gefühl dass die Menschen noch nicht „fertig“ sind mit dem Thema, und ob der Friede bleibt so wie er jetzt nach außen hin da ist, könnte man auch hinterfragen. Also ich tu das zumindest, nachdem ich mit einigen Menschen gesprochen habe die sich da besser auskennen.

Die Autorin schreibt ohne jegliche Effekthascherei, einfach sachlich, dennoch bemerkt man aus jedem Wort wie sie mitgelitten und mitgelebt hat mit diesen Menschen.

Für mich ist das eines der besten Bücher die ich in letzter Zeit gelesen habe. Und ich bedaure sehr dass ich das nicht vor unserer Reise gelesen habe, ich wäre in Sarajevo auf Spurensuche gegangen, die Logavina hätte ich auf jeden Fall aufgesucht, wobei ich mir nicht ganz sicher bin ob wir da nicht eh waren,..

Von mir gibt’s für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung, mache aber darauf aufmerksam, es ist eine Geschichte über den Krieg.

Mehr über die Autorin gibt’s hier.

Und das Buch gibt’s hier beim Verlag zu kaufen oder auch über Amazon.

P1040540

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